Der Wirtschaftsfaktor Deutschland ist von großer Bedeutung in ganz Europa – im Jahr 2010 betrug das Bruttoinlandsprodukt knapp 2.500 Milliarden Euro
Das Land konzentriert sich dabei vor allem auf industrielle hergestellte Güter und Dienstleistungen. Die wichtigsten Exportartikel stammen aus der Automobilindustrie, die Herstellung landwirtschaftlicher Güter und die Produktion von Rohstoffen haben bereits einen wesentlich geringeren Stellenwert. Energierohstoffe zählen zu den wichtigsten Importgütern.
Die meisten Bewohner Deutschlands, 2010 waren das 73,5 Prozent, arbeiten im Dienstleistungssektor, hier vor allem im Verkehrswesen, Gastgewerbe, Wohnwesen, Finanzwesen und Sozial- und Gesundheitswesen. 24,4 Prozent waren letztes Jahr im produzierenden Gewerbe beschäftigt, 2,1 Prozent der Erwerbstätigen kamen 2010 aus den Bereichen Fischerei sowie Land- und Forstwirtschaft. Bei der Holzwirtschaft lag der Anteil der Bruttowertschöpfung 2003 bei rund 2,5 Prozent.
Momentan in aller Munde ist die Energiewirtschaft Deutschlands.
Energiewirtschaftlich lag Deutschland im Jahr 2008 in Europa auf Platz Vier bei der Produktion von Primärenergie – dabei handelt es sich um Energie, die im Rahmen natürlich vorkommender Quellen genutzt wird, etwa Kohle, Wind oder Gas -, auf Platz 21 weltweit.
139 Milliarden Kilowattstunden insgesamt stammten im Jahr 2010 allerdings aus Atomkraftwerken.
Beim Energieverbrauch liegt Deutschland auf Platz Fünf weltweit hinter den USA, China, Japan und Indien – ein Singlehaushalt benötigt pro Jahr durchschnittlich rund 2.000 Kilowattstunden. Den meisten Strom verbrauchen dabei sämtliche Geräte wie Herd, Trockner, Kühlschrank, Geschirrspüler, Fernseher und so weiter.
Im Jahr 2008 wurde das Energiebetriebene-Produkte-Gesetzt geschaffen: Durch die Formulierung einheitlicher Standards bei Haushaltsgeräten anhand von Ökodesignrichtlinien soll unter anderem die Umweltverträglichkeit dieser Produkte verbessert und die Energieeffizienz gesteigert werden. Zu diesen Geräten gehören beispielsweise Heizkessel, Ventilator und Klimaanlage, aber auch Herd, Trockner und Kühlschrank.
Deutschlands wichtigste Handelspartner sind größtenteils andere Industrieländer, auf Platz Eins befindet sich Frankreich. Zwischen diesen beiden Ländern wurden 2010 Waren im Wert von 152,45 Milliarden Euro ausgetauscht, der Wert der Ausfuhren betrug dabei 90,69, der der Einfuhren 61,75 Euro. Auf Platz Zwei der wichtigsten Handelspartner Deutschlands stehen die Niederlande, danach folgt China. Das wichtigste Exportland nach Frankreich sind allerdings die USA mit 65,7 Milliarden Euro.
Insgesamt wurden im letzten Jahr Güter im Wert von 959,5 Milliarden Euro exportiert und für 806,2 Milliarden importiert. Das ergibt in der Außenhandelsbilanz einen Überschuss von 153,3 Milliarden Euro. Im Jahr 2009 sind es lediglich 138,7 Milliarden gewesen.
Deutschland exportiert hauptsächlich Autos, 2007 waren das 47,2 Prozent der Gesamtausfuhren, Maschinen, schwere elektrische Geräte und Chemieerzeugnisse. Die wichtigsten Importgüter sind Erdöl und Erdgas – eingekauft um 61 Milliarden Euro im Jahr 2007. Die Erdölförderung in Deutschland hat in den 1960er Jahren noch 30 Prozent des eigenen Bedarfs erwirtschaftet, mittlerweile sind es nur noch drei Prozent.
Den meisten Umsatz hat im Jahr 2007 die Volkswagen AG gemacht, er betrug 113.800 Euro, der Gewinn belief sich dabei auf 4.120 Euro. Dicht gefolgt wird VW von der Daimler AG (95.873/3.985) und der Siemens AG (77.327/3.806).
Die wirtschaftlich dominantesten und stärksten Gebiete liegen in Deutschland in den Ballungsräumen München, Stuttgart, Mannheim und Frankfurt. Besonders hoch ist hier der Anteil an Industrie, beziehungsweise am verarbeitenden Gewerbe, vor allem auch im Vergleich mit anderen Metropolregionen. Im Norden ist vor allem das Gebiet um Hamburg von wirtschaftlicher Wichtigkeit. In all diesen Regionen sind die Strukturen teilweise sehr alt, im Gegensatz zu anderen Ballungsräumen in Mittel- und Norddeutschland, die durch die Deindustrialisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen Wandel durchmachten und gezwungen waren, sich teilweise wirtschaftlich neu zu ordnen.